Veröffentlicht am 22. Februar 2021
Kategorien: Erlebnispädagogik

Mut, Kraft, Ruhe – Bogenschießen!

Wer den „Bogen raushat“, kann schon etwas richtig gut, wer den „Bogen überspannt“, muss noch etwas üben. Wir alle kennen diese Redensarten mit Bezug zum Bogenschießen. Sie sagen auch etwas darüber aus, wie lange das Bogenschießen bereits kulturell bei uns verankert ist, nämlich seit mindestens 14.000 Jahren!

Als effektive Jagdmethode in der Frühsteinzeit verwendet, entwickelte sich das Bogenschießen im frühen Mittelalter zu einer Methode der Kriegsführung, bevor es dann Anfang des 18. Jahrhunderts einen sportlichen Charakter bekam.

Seit Mitte der 1990er Jahre hat sich auch ein therapeutischer Einsatz des Bogenschießens entwickelt. Ein spielerischer Ansatz ermöglicht es, bestimmte Fähigkeiten zu üben, die einerseits wichtige Elemente dieses Sports sind und andererseits auch eine bedeutende Rolle im täglichen Leben spielen: Anspannung und Entspannung, Konzentration und Loslassen, Disziplin, Kraft und Ruhe (Wikipedia-Bogenschießen).

Durch das Bogenschießen wird unmittelbar erlebbar, wie durch die eigenen Fähigkeiten ein Ziel erreicht („ins Schwarze getroffen“) werden kann und dass der Weg dorthin geübt bzw. trainiert werden muss. Diese Erfahrung machen die Kinder und Jugendlichen, die das Angebot der Lega S Jugendhilfe zum sportlichen Bogenschießen annehmen.

Vorbild und Ruhe – beides hilft beim Treffen des Ziels

Sportlich-therapeutisches Bogenschießen mit der Lega S Jugendhilfe

Die Abläufe bei der Ausübung dieses Sports unterliegen nicht zuletzt aus Sicherheitsgründen bestimmten ritualisierten Handlungen. Zunächst wird beim sportlichen Bogenschießen eine Zielscheibe mit Sicherung aufgestellt. Anschließend werden die Bögen unter Anleitung gespannt, die Sehne wird fachgerecht am Bogen befestigt. Dann wird ein Ziel definiert. Auf dieses Ziel fokussiert man sich durch Konzentration (Körper, Geist, Auge und Hand), um es dann mit angeleiteten Bewegungsabläufen zu erreichen. Die Antwort des Pfeils, das Resultat bzw. der Erfolg ist unmittelbar sichtbar.

Darüber hinaus gilt es, Regeln und Instruktionen zu befolgen und Sicherheitsstandards einzuhalten.

 

Entwicklung von Körpergefühl und Selbstbewusstsein

Das Bogenschießen fördert unterschiedliche Fähigkeiten wie Konzentrationsfähigkeit, Ausdauer und innere Ruhe, Körpergefühl und Selbstbewusstsein, die im Rahmen des sozialtherapeutischen Betreuungsprozesses der Lega S Jugendhilfe wichtige Bausteine sind. Kinder und Jugendliche sind schnell für dieses Angebot zu begeistern, was vielleicht auch daran liegt, dass das Bogenschießen eine der ältesten Sportarten ist, die der Mensch ausübt.

Es lässt sich gut und anschaulich vermitteln und das Ergebnis (treffen oder nichttreffen) motiviert dazu, sich wiederholt in gleicher Weise auf das Ziel zu konzentrieren oder aber sich noch mehr zu fokussieren, um ein besseres Ergebnis zu erzielen.

Hierbei erleben alle Teilnehmenden die unterstützende Hilfestellung der Betreuerinnen und Betreuer als sehr positiv. Nur den Bogen spannen, das Ziel anvisieren und im entscheidenden Moment den Pfeil auf die Reise schicken, das müssen sie schon selbstständig entscheiden und durchführen.

Die Prinzipien unserer Arbeit in der Sozialtherapie werden gerade beim Bogenschießen deutlich. Kinder und Jugendliche, die zu uns kommen, werden von uns nicht zum Ziel geführt oder anders gesagt: Sie werden nicht „zum Jagen getragen“.

Stattdessen ermöglichen wir ihnen mit unterschiedlichen Methoden, Wege zu erkennen, für die sie sich entscheiden können und diese dann zu gehen, um ihr Ziel zu erreichen.

Konzentration auf das Ziel und Wahrnehmung der Teampartner*innen

Neue Ziele motivieren – das 3D Bogenschießen

Wir bieten nicht nur das sportliche Bogenschießen an, auch das traditionelle Bogenschießen setzen wir ein. Auf einem speziell eingerichteten weitläufigen Parcours in der Natur schießen die 3D-Schützinnen und Schützen – wie der Name es schon verrät – auf dreidimensionale Ziele. Im Gegensatz zur sportlichen Variante wird hier nicht auf Zielscheiben geschossen, sondern auf dreidimensionale, täuschend echt aussehende Tierimitate aus Gummi.

Die Tierfiguren vermitteln das Gefühl einer echten Jagd und ermöglichen es, sich in eine ganz neue Rolle hinein zu versetzen. Ganz selbstverständlich können hier auch Themen zur Sprache kommen, die z. B. das Tierwohl oder das Bedürfnis nach fleischlicher Nahrung betreffen.

Auch körperlich ist ein Parcours eine Herausforderung. Man schießt nicht auf einem ebenen Sportplatz, sondern auf Wiesen oder in Wäldern mit viel Natur, Steigungen und Neigungen. Durch das hügelige Gelände und Hindernisse beim Zielen fällt es Schützinnen und Schützen deutlich schwerer, die exakte Distanz zum Ziel schätzen zu können. Auch das Schießen von Hochständen oder durch Astgabeln hindurch stellt einen bedeutenden Teil dieser Variante des Sportes dar.

Generell ist also der Schwierigkeitsgrad gegenüber traditionellem Scheibenschießen deutlich erhöht. So ist es möglich, mit dieser sportlichen Bandbreite für alle Kinder und Jugendlichen eine passende und den Fähigkeiten entsprechende Situation zu finden, die ein nachhaltiges Erfolgserlebnis vermittelt.

Wenn uns das gelungen ist, haben wir ins Schwarze getroffen!

Hier gibt es weitere Infos:

http://www.abenteuer-bogenschiessen.de

https://www.volltreffer-venne.de